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:: konzert-tagebuch ::

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7.3.1997

gleis 95, oker

im vorprogramm von 'sometree'

eigentlich war das so geplant: wir spielen hier vor 'sometree', und ein paar wochen später umgekehrt im sarstädter 'klecks'. das zweite konzert haben wir aber nach der dritten oder vierten willkürlichen terminänderung seitens des 'klecks' abgeblasen, weil uns solche unzuverlässigkeiten einfach zu blöd waren. wir fragen uns, wie da überhaupt konzerte stattfinden...

keine probleme gab es dagegen mit dem 'gleis 95', einem jugendzentrum in ehemaligen bahnhofsräumen des goslarer stadtteils oker.

öfter mal was neues - wir sind ja stets bemüht, jedes konzert anders zu gestalten: bevor unser kurzer auftritt beginnt, brummt lediglich ein tiefer ton, über den an diesem abend zur einstimmung das ausnahmsweise mal verständliche dialog-sample läuft, welches sonst am ende von 'lautlossagen - ii. betritt sie den saal' von feedbacks unter- und übermalt wird. mit den letzten worten beginnt 'schmetterlings traum', unser erstes stück. oker erlebt hier zwar neben älteren stücken die erstaufführungen von 'pokrzywa', 'aus angst vor nähe' und 'ex.', aber irgendwie wird es nie richtig atmosphärisch; wir haben das gefühl, die stücke nur runterzuspielen und kommen gar nicht an ihr inneres heran. das tut uns besonders für diejenigen leid, die weite strecken gefahren sind, um uns zu sehen. diese tatsache versetzt uns dann nach dem auftritt nicht gerade in feierstimmung.

wir sagen uns: auch sowas kommt mal vor, gefühle lassen sich nicht an- und ausschalten. und gerade bei so personlicher musik ist es schwer, innerhalb einer halben, dreiviertel stunde spielzeit einen echten zugang zu finden. wir hätten natürlich irgendein theater spielen können, wie sehr wir doch bewegt werden, als wir da standen. aber was soll das? wir sind trotz vierfach-männlicher besetzung keine boy-group, die einem image nacharbeiten muß - wir sind musiker, weil wir uns ausdrücken möchten. und in diesem fall hieß sich ausdrücken zu zeigen, daß wir gerade keinen rechten zugang finden. glücklicherweise ist das die ausnahme.

aber es ist uns wichtig, auch so einen auftritt zu erwähnen - weil sowas passiert. eine band, die das nicht kennt, gibt es wohl nicht (oder sie spielt gutes theater).