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.eins. · nur das beste · wenn du mich fragst... · und als du starbst · schon gut · nur wie?

.eins.

musik zu spielen
ist wie zu sagen:
'ich liebe dich!' —
es kommt darauf an,
aus welchen gründen
und auf welche weise
man es tut,
und nicht immer,
wenn man zuhört
und aufs intensivste bewegt wird, 
sind aufrichtige gefühle
ausschlaggebende ursache.
ich jedenfalls
schweige lieber
in solchen fällen...

sich zu verlieben ist,
als ob in totaler finsternis 
plötzlich das licht angeht —
am anfang
sieht man schlecht,
und man ist trotzdem
überglücklich,
nicht mehr im dunkeln
zu tappen.

nur das beste

in mageren zeiten
sagt die verwöhnte materielle
zu mir:
'wie arm...
hast du mich nicht
mehr lieb?'
 


ich geb ihr all mein geld
und sage:
'davon kannst du
ausgehen,
heute abend!'

wenn du mich fragst...

ich erzähl dir ja auch nicht...
	wie du leben mußt,
		ich hab genug damit zu tun
		was ich zu lassen hab.
 


ich erzähl dir ja auch nicht...
	wo du probleme hast,
		und lenk mich bitte nicht 
		von meinen eigenen ab.

			der heiligste von euch
			ist der größte egoist.
			jagt nach seelischen orgasmen,
			oh, wie selbstlos er doch ist!
 
ich erzähl dir ja auch nicht...
	daß ich 'besser' bin,
		ich habe meine fehler,
		doch ich arbeite auch dran!
 
ich erzähl dir ja auch nicht...
	daß ich alles weiß,
		weil ich glaube,
		daß man eh nie wissen kann...
 
			der heiligste von euch
			ist der größte egoist.
			jagt nach seelischen orgasmen,
			oh, wie selbstlos er doch ist!

'wenn du mich fragst...'
'wenn du mich fragst...'
wenn du mich fragst :		laß mich ganz einfach allein!
				seh ich denn so hilflos aus?
				ewig bist du gut gelaunt!
				bist du dir selbst nicht genug?
	schweig! du...

und als du starbst

war alles rot
und als du schliefst
konnt ich kaum glauben

und als du starbst
war alles still
und als du warst
war ich daheim

    hab ich dich verpaßt?
    hab ich dich verpaßt?
    wo hab ich dich verpaßt?
  
    ich les aus deinen augen
    du aus meinen händen
    und wir uns laut und lautlos
    gegenseitig vor

und als du starbst
war alles wund
und als ich ging
warst du gesund

und als ich schlief
und als ich wachte
— welche hälfte
  war geträumt?
  
ich entscheide
mich für deine
bitte lies mich
weiter vor

ich hatte nicht begriffen,
ich hab es nur berührt
wir leuchten fort im dunkeln
ich seh dich, fern,
von hier

schon gut

meine gerade erst sanierte
  doppelherzhälfte
trägt schon wieder
  blaue flecken:
  
    lieb gebissen,
    sanft gekniffen,
    zart zerkratzt.

sie liegt roh & offen
auf deinem ungeschriebnen blatt,
  schlägt ein
    und aus
und ist nur zu retten
wenn du mit hand anlegst.

ich schlag es für dich weiter,
bis wir hand in hand
und kopf an kopf
die herzwand wieder
niederlieben.

ist schon gut,
wenn du da bist.

nur wie?

so wie ich das sehe
gibt es kein zurück
so wie ich das sehe
bin ich schon verrückt
    nach dir
    
        du stimmst mir zu
	denn so wie ich das sehe
	siehst auch du

so wie du das siehst
geht es wohl schon wieder
so wie du das siehst
wärst du trotzdem lieber
    hier bei mir
    
        ich widersprech dir nicht
	denn so wie du das siehst
	seh auch ich