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:: konzert-tagebuch ::

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19.10.1996

'birkenstokk'-festival in wolfshagen

u.a. mit 'sometree', 'brainpeaches', 'daily milk' und 'prime sinister'

dieser tag ist ein ganz besonderer - nach anderthalb jahren proberaum treten wir zum ertsen mal öffentlich auf! umso mehr ehrt uns, daß wir nicht eröffnen, sondern als dritte band auf die bühne dürfen. wir hatten eine beschissene generalprobe, es regnet und die bühne ist nicht so, wie der veranstalter (bernd von 'sometree') sie sich vorgestellt hatte - ideale vorraussetzungen für einen ersten auftritt! 'aber wir sind ja rock'n'roller, ne?' fragt bernd... wir antworten grinsend: 'wir sind keine rock'n'roller - wir sind künstler...' das festival findet übrigens (wie jedes jahr) in einer art oktoberfestzelt statt. das lampenfieber steigt - noch viel mehr allerdings hält uns norman in atem, der es schafft, glatte zehn minuten vor unserem aufbau mit dem halben equipment aufzutauchen, weil er sich verfahren hatte...

als wir - ohne souncheck - beginnen, befinden sich etwa 400 besucher im zelt - niemand weiß, was wir nun tun werden (und während der letzten sekunden vor dem ersten ton wußten wir es selbst nicht). man räumte uns 40 minuten spielzeit ein, und aufgrund der überlänge unseres meisten materials ist das gerade zeit genug für fünf stücke - und weil wir uns diese handvoll auch ohne setlist merken können, haben wir stattdessen ein din a4-blatt mit bilderrätseln und sinnlosen endloskommentaren vor uns kleben...

weil die beiden vorangegangenen bands sich nicht verkneifen konnten, mehrere zugaben zu geben und dadurch der gesamte zeitplan schon weit überzogen ist, streicht man uns kurz vorm auftritt zehn minuten! weil keine zeit ist, das auszudiskutieren, wir aber auch nicht einsehen, die unhöflichkeiten anderer auszubaden, beschließen wir, wie geplant alle fünf stücke zu spielen. wir heben via walgesänge an, 'in seinem namen' zu interpretieren... der sound ist eine katastrophe, aber das ist jetzt nicht zu ändern. und weil niemand wußte, wie es eigentlich klingen sollte, stört das auch kaum jemanden. auf das publikum hat das erste stück einen interessanten effekt: während fast die hälfte nach und nach das zelt verläßt um ungestört weiter quatschen zu können, kommt ein großteil der verbleibenden nah vor die bühne. wir fallen hier wohl sehr aus dem rahmen - schon alleine deswegen, weil wir als einzige auf dem billing ausschließlich in deutsch singen.

nach einem kurzen (!)'hallo' - der einzigen ansage während des auftritts - setzen wir unser programm fort mit 'schmetterlings traum', 'die frage' und 'die zeitraffer'. klanglich war das - wie bereits erwähnt - stellenweise eine tortur, besonders auf der bühne: m.'s gitarrenverstärker ist so laut, daß er nicht auf einen meter an ihn herankommt... nach den 'zeitraffern' (bezeichnenderweise...) steht bernd vor der bühne, um uns freundlich darauf hinzuweisen, daß wir bitte nur noch ein stück spielen sollen, damit die letzte band später überhaupt noch auftreten kann. wie gut, daß wir eh nur noch eins spielen wollten - das erleichtert bernd, der natürlich nicht wissen kann, daß das nun abschließende 'lautlossagen' fast eine viertelstunde lang ist...

mal am rande bemerkt: alex und bernd sind schon länger befreundet, als es /'angstalt/ gibt, mittlerweile spielt alex sogar bass bei 'sometree', und wir möchten diese gelegenheit nutzen, uns bei bernd und der band (nicht nur) für diesen auftritt in aller form zu bedanken!

'für den ersten ziemlich gut,' denken wir beim einräumen unserer klamotten; noch während wir zusammenpacken kommen die ersten anfragen, ob wir tapes oder cd's verkaufen würden. ein großes kompliment waren die ungläubigen gesichter, als wir äußern, daß das unser erster auftritt war. wir können anstelle von tonträgern allerdings nur auf unser konzert am folgenden wochenende in seesen hinweisen. und daß wir alle um zehn zentimeter gewachsen nach hause fuhren, liegt vor allem in einer bemerkung des 'prime sinister'-sängers begründet, die dieser kurz vor ende des festivals gegenüber seiner freundin machte, während er auf alex deutete: 'das ist einer von den vier einzigen m*u*s*i*k*e*r*n, die hier heute gespielt haben.' danke, danke, danke!